Der Papalagi

Ich sitze vor dem leeren Bildschirm und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Es ist ja doch immer wieder dieselbe Erkenntnis, nur verschiedene Worte für verschiedene Symptome des Elends, das unsichtbar in uns dahinsiecht. Was so viele Mitmenschen als normal hinnehmen, treibt mich zur Verzweiflung. In ...

Die Bettkante

Der Saugroboter schlängelt sich an der Wand entlang. Unschlüssig sitze ich auf dem Bett und beobachte ihn. Zuneigung zu einem Ding ist schon ein merkwürdiger Menschenzug. Noch dazu zu einem Haushaltsgerät. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mit ihm spreche, mich bei ihm bedanke. Während ...

Willkommen im Leben

Als wir nach zwei Monaten im Mai letztes Jahr endlich wieder an die frische Luft durften, fühlte es sich an wie ein großes Volksfest. Ich werde das Gefühl nie vergessen, als meine Füße umgeben von hunderten Menschen endlich wieder Strandsand berührten und ich meine Freunde ohne Angst vor Strafe ...

Die fröhliche Narzisstin

„Wie fühlt es sich an, eine Narzisstin zu sein, die gegen Narzissmus schreibt?“, neckte mich D.. „Ich schreibe nicht gegen Narzissmus. Mir geht es darum, dass wir uns unserer narzisstischen Anflüge bewusst sind und humorvoll damit spielen, statt gegen das Ego zu kämpfen.“ „Auf deinem ...

Der schwarze Schwan

Seit anderthalb Jahren habe ich keinen Beitrag mehr für Flohbair geschrieben. Warum auch immer. Ich könnte das jetzt mal wieder analysieren, aber dazu habe ich keine Lust. Stattdessen möchte ich wieder loslegen und meinem Herzensprojekt wieder genauso viel Lebensenergie widmen wie meinen anderen Aktivitäten ...

Die Künstlerin

Im August besuchte mich die in Hamburg lebende russische Fotografin Sasha Ilushina für ein gemeinsames Fotoshooting. Für uns beide entstand daraus viel mehr als erwartet: Eine Freundschaft, gegenseitige Inspiration und dieses Interview, das sie im Anschluss auf Englisch mit mir führte und zusammen ...

Unerwartetes Erwachen

Ein Auszug aus meinen Morgenseiten. Die Sonne strahlt noch immer vom blauen Himmel. Das Wetter steht im krassen Kontrast zu dem Buch „Warum schweigen die Lämmer“ von Rainer Mausfeld, das ich lese, und dem Eindruck, den ich von unserem Leben in westlichen Gefilden gewinne. Es ist eben nie ...

Die Kunst des Glücklichseins

Für diejenigen, die sich fragen, ob es das schon gewesen  sein soll oder ob das Leben nicht doch irgendwie mehr zu bieten hat. Neulich las ich in einem Buch des Inders Sri Nisargadatta Maharaj (1) folgenden Satz: „Der einzige Zweck des Lebens ist das Leben.“ Das fand ich sehr beruhigend. ...

Mein vergangenes Ich

Gestern überfiel mich eine solche Trübheit, dass ich wieder einmal dachte, alles was ich tue, sei sinnlos. Dass ich nichts gelernt hätte und selbst wenn, es auch nichts bringt, da ich wieder an der gleichen Stelle stehe, wie seit eh und je. Fest im Schwitzkasten des Gefühls der Sinnlosigkeit. ...

Was wollen wir eigentlich?

Ich trete aus der Bar und es regnet. Eine Wohltat. Als könnte der Regen mir die Last von der Seele spülen, die mein Freund und seine Freunde soeben auf mich geladen haben. Wir tranken und diskutierten. An sich eine schöne und bereichernde Sache. Doch ich spüre die Emotionen und den Frust meiner ...