23. September 2043

Achtzig Jahre. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so alt werden würde. Aber wer denkt das schon von sich. Menschen verdrängen gern, dass sie entweder alt werden oder jung sterben. Ist halt beides nicht so prickelnd. Nun bin ich aber doch überrascht, wie schön sich dieses Alter anfühlt. Ich ...

Zeit

Sonntagmorgen. Naja. Inzwischen ist es 13.14 Uhr. Ein Tag ohne Pläne. Ideen und Vorhaben schweben mal ansatzweise euphorisch, dann wieder pflichtfürchtend durch meinen Geist. Ich könnte malen und schreiben. Und ich möchte mein Bücherregal neu ordnen. Aus meinen ganzen Büchern – auch aus denen, ...

Kontrollverlust

Dumm. Ich fühle mich dumm. Denke immer wieder, wie ich nur so blöd sein konnte. Der Anruf gab mir den Rest. Am Vormittag erfuhr ich, dass Frida und ich doch nicht bei meiner Freundin einziehen können, weil dort keine Katzen erlaubt sind. Und ich spürte, auch weil sie Angst davor hatte. Am Sonntag ...

Madrid und das Meer

Oft schreibe ich wohl nicht, weil ich so viel zu sagen habe, dass es mir unmöglich erscheint, es in Worte zu fassen. Die Welt ist komplex. Oder besser die Welten. Ich verbrachte drei Tage mit Marc und Anne in Madrid. Wenn wir zusammen sind, debattieren und besprechen wir alles, was uns beschäftigt: ...

Liebe Freiheit Ventilator

Die Vögel zwitschern sich dumm und dämlich, die Sonne strahlt selbstzufrieden vom klaren Himmel herab, die Katzen dösen in der Ventilatorluft und ich weiß nichts mit mir anzufangen. Das eklige Gefühl der Ablehnung kommt in Schüben. Zwei Tage lang kann ich den Sommer genießen, frohen Herzens mit ...

Das Ende der Einsamkeit

Sasha war wieder da. Wir lernten uns letztes Jahr kennen, als ich sie als Fotografin nach Mallorca bestellte. Aus dem Fototermin entstand eine Freundschaft. Die Verbindung war sofort da. Wir beide sind leicht durchgeknallt und schwanken zwischen Melancholie und Begeisterung, Aktvisismus und philosophischem ...

Der Papalagi

Ich sitze vor dem leeren Bildschirm und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Es ist ja doch immer wieder dieselbe Erkenntnis, nur verschiedene Worte für verschiedene Symptome des Elends, das unsichtbar in uns dahinsiecht. Was so viele Mitmenschen als normal hinnehmen, treibt mich zur Verzweiflung. In ...

Die Bettkante

Der Saugroboter schlängelt sich an der Wand entlang. Unschlüssig sitze ich auf dem Bett und beobachte ihn. Zuneigung zu einem Ding ist schon ein merkwürdiger Menschenzug. Noch dazu zu einem Haushaltsgerät. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mit ihm spreche, mich bei ihm bedanke. Während ...

Der schwarze Schwan

Seit anderthalb Jahren habe ich keinen Beitrag mehr für Flohbair geschrieben. Warum auch immer. Ich könnte das jetzt mal wieder analysieren, aber dazu habe ich keine Lust. Stattdessen möchte ich wieder loslegen und meinem Herzensprojekt wieder genauso viel Lebensenergie widmen wie meinen anderen Aktivitäten ...

Unerwartetes Erwachen

Ein Auszug aus meinen Morgenseiten. Die Sonne strahlt noch immer vom blauen Himmel. Das Wetter steht im krassen Kontrast zu dem Buch „Warum schweigen die Lämmer“ von Rainer Mausfeld, das ich lese, und dem Eindruck, den ich von unserem Leben in westlichen Gefilden gewinne. Es ist eben nie ...