So einfach erkennst du Selbstliebe

Würgereiz ist inzwischen eine häufige Reaktion, wenn wir das Wort Selbstliebe hören.

Sogar mir hängt es zum Hals raus, weil es so viel und unbedacht verwendet wird. Ich war so sehr von dem Wort genervt, dass ich in letzter Zeit vergaß, dass es das Hauptthema meines Blogs ist.

Um dich und mich wieder auf den Pfad des Lichts zurückzuführen, hier ein paar konkrete Anzeichen für Selbstliebe, die ich soeben im Internet fand.

Was Selbstliebe wirklich bedeutet

Du zeigst deine wahre Persönlichkeit, du bringst deine Gefühle zum Ausdruck, auch die unangenehmen, und du stehst zu deinen Wahrheiten und deinen Fehlern.

Du musst niemandem etwas beweisen, da du dir bewusst bist, dass die einzige Meinung, die über dich zählt, deine eigene ist.

Du lässt dich nicht schlecht behandeln, du lässt dich nicht von anderen unter Druck setzen und du tust Dinge nicht, weil sie von dir erwartet werden oder du sie tun „solltest“.

Du kannst Liebe von anderen annehmen und genießen, du zweifelst nicht an den Gefühlen anderer und du hast keine Angst, dass ihre Liebe irgendwann endet oder du nicht gut genug bist.

Du hast keine Angst davor, verletzt zu werden, du stößt die Liebe anderer nicht weg, du flüchtest nicht und du erfindest nicht unbewusst irgendwelche Gründe, warum deine Beziehung enden sollte.

Du fühlst dich im Einklang und Frieden mit dir selbst und kannst deine Energie nutzen, um Dinge zu erschaffen, die du möchtest, anstatt dafür, Dinge zu schützen, die du nicht verlieren möchtest.

Du fühlst dich ausgelassen, leicht … frei.

Ich las diese Zeilen auf einem amerikanischen Blog und stellte fest, wie sehr mein Leben sich in den letzten Jahren verändert hat.

Außen und innen

Die Außenwelt veränderte ich immer wieder mal radikal, indem ich das Land wechselte oder den Partner. Mein Frust blieb immer der Gleiche. Am Ende triffst du nämlich immer nur auf dich selbst.

Als ich das nach vielen äußeren Versuchen und Enttäuschungen endlich schnallte und mir mein Körper auch noch mit der ersten Fehlgeburt auf die Sprünge half, begann ich endlich, mich meiner Innenwelt zuzuwenden.

Dem finsteren, dunklen Nichts, aus dem verschiedene Stimmen mich den ganzen Tag vollquatschten und verhöhnten.

Dann lernte ich zu unterscheiden zwischen diesen Stimmen, die meine lieben Gedanken sind, mit denen ich mich inzwischen auch angefreundet habe, und dem dunklen Nichts, das gar nicht Nichts ist, sondern nur das Unbeschreibliche, unsere wahre Essenz, das Sein, das Leben, was auch immer. Nenne es wie du willst. Es versteckt sich hinter den Gedanken.

Das große Nichts

Diesem Nichts ist alles egal, solange wir atmen. Irgendwo zwischen den Gedanken und dem Nichts, das gleichzeitig alles ist, was zählt, liegen die Gefühle. Sie sind vielleicht eine Art Übersetzer. Sie teilen uns mit, was wirklich los ist, während die Gedanken nur so tun, weil sie sich langweilen, wenn wir ihnen kein richtiges Futter wie Leidenschaften und Themen, für die wir brennen, geben.

All dies erkannte ich nach und nach, ohne es bewusst zu merken.

Nun ziehe ich mich seit ein paar Tagen wieder in meinem Arbeitszimmer zurück, wo ich übersetze, male, schreibe, Serien gucke, um Mitternacht Schokolmüsli nasche und zwischen lustigen und schwermütigen Stimmungen hin und herschwanke, nachdem ich vor Silvester mit Jaime durch Deutschland und Dänemark von einem Familienteil zum nächsten reiste, mich zu Silvester in seinem Dorf betrank, lachte und tanzte und am Ende kotzend über dem Klo seiner Mutter den ersten Morgen des neuen Jahres zu begrüßen.

Ich weiß nicht, warum ich das tue. Warum mir plötzlich so nach Alleinsein ist. Ich erkenne nur, dass es so ist und mache es. Ganz natürlich.

Ich habe wenige Aufträge, aber schlafe dafür bist Mittag.

Dann fühle ich mich mal schlecht und schuldig, mal freue ich mich darüber. Als wäre ich zwischen meiner alten Programmierung, die mir beibrachte, in der Gesellschaft zu funktionieren und was richtig und was falsch ist, und dem neuen Leben in Freiheit und im Einklang mit mir selbst, hin und her gerissen.

So surfe ich im Internet und lande über Facebook auf anderen Blogs, die über das gleiche Thema schreiben wie ich: die Selbstliebe.

Ich stelle fest, dass ich bei mir bin. Wie beknackt ist das denn. Ich muss schmunzeln, wenn ich mich selbst beobachte. Ich schreibe, ich bin bei mir und brauche doch erst wieder einen Text auf dem Bildschirm, der es mir beweist.

Für dein Glück ist egal, was du tust oder nicht tust

Es wird Tage geben, die angenehm sind und Tage, die scheiße sind. In jedem Menschenleben. Egal, ob du reich bist oder arm, Angestellter oder selbstständig, Single oder verheiratet … die Frage ist, wie bewusst du all diese Augenblicke erlebst und wie du dich in diesen Situationen um dich selbst kümmerst.

Dann sind auch die unangenehmen Tage kein Drama mehr.

Und die angenehmen Tage sind ein Hochgenuss. Wie verliebt sein. Oder einfach in der Sonne dösen. Mal prickelnd, mal unaufgeregt besänftigend.

Ich wünsche dir, dass du den Mut hast, dich deinem finsteren, dunklen Nichts zuzuwenden.

Das werde ich noch oft und in vielen Formen so lange wiederholen, bis ich irgendeine Form finde, die dich anspricht, damit auch du dein Leben so gestaltest, dass du es liebst. In guten wie in schlechten Zeiten. Außerdem erinnere ich mich so immer wieder selbst an meine Erkenntnisse und schwäche meine „alte Programmierung“ nach und nach immer weiter.

Sei es dir wert.

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