Worauf jeder bei seinen Freunden achten sollte

Luise und ich sitzen in ihrem gemütlichen Wohnzimmer in Paris bei einem Glas Wein.

Mein Austauschjahr in Frankreich neigt sich dem Ende, Luise ist schon vor zwei Jahren richtig ausgewandert und lebt hier.

Ich jammere. „Ich würde auch so gern hier in Frankreich bleiben.“

Na, dann mach’s doch.“, lautet ihre einfache Antwort.

Aber das kann ich mir nicht leisten. Das Leben ist hier viel teurer als in Deutschland.

Dann suchst du dir einen Job. Warum nicht als Hostess? Das mache ich auch. Ich kann dir den Namen meiner Agentur geben. Sie sind gut.

Aber das kann ich doch meiner Mutter nicht antun. Einfach hier bleiben.

Du lebst doch nicht für deine Mutter. Sie kann sowieso nicht glücklich sein, wenn du es nicht bist.

Und mein Studium? Ich kann es an der Uni, wo ich den Austausch mache, nicht fortsetzen.

Dann suchst du dir eine andere Uni.

„…“

Sie hat mir einfach alle Ausreden weggenommen und mir gezeigt, dass es nur an mir liegt.

Ich bin in Frankreich geblieben.

Das verdanke ich Luise.

Und das ist nicht das Einzige:

Dank Luise habe ich ohne jegliche Vorbereitung den zweithöchsten Berg Japans bestiegen, mich selbst als großer Schisshase im Surfen versucht und in Thailand zum ersten Mal getaucht, während sie als Dive Master unter Wasser meine Hand hielt.

Auf dem Kita-dake.

Kurz vor meinem ersten kläglichen und wundervoll befreienden Surfversuch.

Luise zeigt mir, wie es geht …

… ich mache es auf meine eigene elegante Weise nach – oder fast.

In Thailand kurz vorm ersten Tauchgang – mein Herz schlägt bis zum Hals.

Es gibt Freunde, die uns im Leben über uns selbst hinauswachsen lassen. Die an uns glauben. Uns antreiben. Uns unterstützen, egal wie verrückt unser Vorhaben vielleicht ist.

Ich habe das Glück, viele Freunde dieser Art zu haben.

Gleichzeitig gibt es auch Freunde, die dich beschützen möchten.

Mit den besten Absichten bremsen sie deine Begeisterung mit Einwänden und Zweifeln leider aus. Vielleicht löchern sie dich mit Fragen, als müsstest du dich rechtfertigen. Sie möchten dir eine Enttäuschung ersparen. Leider bringen sie dich so vielleicht von deinen Träumen ab.

Veit Lindau gibt deshalb in seinem von mir bereits viel zitierten Buch Werde verrückt einen Tipp (S. 85):

Noch ein Rat, den ich gar nicht oft genug wiederholen kann: Beginne jeden Menschen nicht nur als einen Körper, sondern als ein Trägerfeld für bestimmte Überzeugungen zu sehen.

Manche dieser Felder wirken wie ein Sumpf, der neue Impulse einfach schluckt, andere wie ein hochlebendiges, unterstützendes Energiefeld, in dem alles für möglich gehalten wird.

Ich sage nicht, du musst dich von den Sümpfen trennen. Doch achte darauf, mit wem du deine frischen, noch zarten Visionen teilst. In welchen Feldern wird das, was du bewusst glauben möchtest, gestärkt?

Solltest du also ein verrücktes Vorhaben oder ein neues Projekt planen, das dir sehr am Herzen liegt und das du wirklich umsetzen möchtest, so achte in der Anfangszeit darauf, mit welchen deiner Freunde du es besprichst.

Natürlich möchte ich nicht alle unsere Freunde knallhart in diese beiden Kategorien aufteilen. Die meisten Menschen sind wohl eher Mischtypen.

Achte einfach bewusst darauf, welche deiner Freunde deine Begeisterung fördern und teile deine Vorhaben lieber mit ihnen.

Sei es dir wert.

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