Warum wartest du, bis du Krebs kriegst?

Diese Frage stelle ich mir so oft, wenn ich meine Mitmenschen beobachte.

Sie haben einen vollgestopften Alltag, beschweren sich unentwegt, dass sie nie die Zeit dafür finden, die Dinge zu tun, die ihnen Spaß machen würden. Rühmen sich fast damit, auch mit einer Erkältung auf Arbeit zu gehen und sagen mit einem mitleidigen Ton zu mir, ich würde zu viel nachdenken.

Das stimmt wahrscheinlich auch. Doch in einem Punkt irren sie sich. Denn ich denke nicht nur nach, ich packe mein Leben auch an. Meine Nachdenkerei geht ja nichts ins Leere, sie hilft mir Antworten und Lösungen zu finden.

Die Umsetzung ist dabei natürlich der schwierigste Teil, doch wenigstens versuche ich es.

Neulich erzählte mir eine Freundin, sie sei völlig überlastet, da der Ehemann einer Kollegin plötzlich einen bösartigen und schnell fortschreitenden Gehirntumor hat.

Also ist es natürlich selbstverständlich, dass diese Kollegin nun Zeit mit ihrem Mann verbringt und die Kollegen einverstanden sind, oder sich moralisch verpflichtet fühlen, ihre Arbeit mitzuerledigen, bis … ja, bis wann eigentlich?

Kopf in die Arbeit und dann sehen wir weiter …

Ich sah meine Freundin nur an und fragte sie, was sie tun würde, wenn sie jetzt erführe, sie hätte auch Krebs?

Sofort platzte es aus ihr heraus, dass sie dann natürlich alles stehen und liegen lassen würde und die kostbare Zeit nutzen würde, um die Dinge zu tun, die sie erfüllen, um Zeit mit den Menschen zu verbringen, die sie liebt.

Es wundert mich immer wieder, dass diese Überlegung so logisch für alle ist und dann doch viele so weitermachen, als würden sie ewig leben. Worauf warten diese Menschen, die nur noch zu funktionieren und nicht mehr zu leben scheinen, denn?

Dass sie endlich selbst krank werden, um sich das Recht auf ein paar erfüllte Momente zu geben, für die es dann wahrscheinlich zu spät ist?

Ich verstehe das nicht!

Warum sucht ihr nicht mit mir nach anderen Wegen, das Leben zu leben, ohne gleich komplett aus unserer Gesellschaft auszusteigen?

Es müssen nicht immer gleich riesige Veränderungen sein, denn natürlich kann nicht jeder einfach seine Sachen packen und losziehen, zumal uns das nicht glücklicher macht – wie ich nach zwei Auswanderungen selbst weiß.

Zunächst einmal müssen wir herausfinden, also jeder für sich, was er überhaupt möchte.

Allein, dass viele Menschen sich noch nicht einmal diese Frage zu stellen scheinen, macht mich völlig fassungslos!

Bitte wache auf, bevor du eines Tages selbst krank wirst und feststellst, deine Zeit nicht genutzt zu haben.

Sei es dir wert.

5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ja, so habe ich es auch erlebt. In meinem privaten und auch beruflichen Umfeld.
    1.) (Verhaltens- und Denk-) Muster sind schwer für sich selbst zu erkennen und erst recht zu verändern…
    2.) Ängste -was passiert, wenn ich d i e s oder j e n e s tue, lähmen uns oft… und das seit der Kindheit….
    3.) Ängste auslösen sind in den Nachrichten aller Medien der „Dauerbrenner“ – warum???
    Versicherungen leben ganz gut von „unseren Ängsten“….

    Danke für die schön geschriebenen und informativ – hilfreichen Texte.

  2. Ach, ja! Da war ja noch die Frage – eine wahrlich schwer zu beantwortende Frage:
    Was will ich eigentlich?
    – Ich will jeden Tag was Anderes, je nach Stimmung und Umständen. Aber um diese Art des „Wollens“ geht es ja wahrscheinlich nicht…
    – ich will – was „das richtige und dauerhaftere Wollen“ betrifft:
    – Liebe und Gesundheit; nicht alleine sein; regelmäßig Zeit mit „für mich wichtigen
    Menschen“ verbringen; Diskussionen und ‚Meinungsaustausch“ = Lebendigkeit“;
    Achtsamkeit und Bewusstheit im Leben;
    meinen Nachfahren eine bewohnbare Erde hinterlassen

    konkret: Weniger Fernsehen, weniger am PC sitzen (hahaha); mehr mit Menschen
    unternehmen, z.B. Wandern mit Tochter in den Alpen,
    Motorradtour mit Ehefrau,
    friedvolle Zeit mit Vater und Mutter
    Arbeiten – nicht zu viel, aber ganz wichtig….

  3. So, wahre Worte! Es muss immer erst was passieren bis die Leute die Augen öffnen. Musste diese Erfahrung leider auch schon mehrmals machen.
    Ich bin froh, dass es trotzdem eine wachsende Zahl von Leuten gibt – wie dich – die das Leben allgemein positiv und mit offenen Herzen genießt!
    Liebe Grüße, Ella (Ella Happylicious)

  4. Freelancertum und Single-Leben – Stress weg ;)

    Oder ein wenig rationaler: Entitäten dürfen nicht über das Notwendige hinaus vermehrt werden. Erfordert, die Entitäten „Leben“, „Auskommen“, „Arbeit“ und „Selbstverwirklichung“ für sich zu definieren – aber dann macht’s klick.

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