Warum du dich nicht um deine Probleme, sondern um deine Schönheit kümmern solltest

Morgens ist es am schlimmsten.

Traurigkeit, Leere und keine Kraft.

Ich muss ein paar Projekte liefern, später noch Lebensmittel einkaufen und abends vielleicht zum Sport. Es sind nicht viele Vorhaben. Doch meine innere Leere und Traurigkeit lähmen mich.

Mühselig hieve ich mich auf. Bleibe eine Weile auf der Bettkante sitzen.

Normalerweise schlürfe ich noch im Pyjama zum Computer und beginne zu arbeiten. Die Vorstellung deprimiert mich heute besonders.

Ich bin schwanger. Gestern erfuhr ich, dass es eine Fehlgeburt werden wird.

Meine Freundin Jasmine lud mich zum Trost zu einer Nackenmassage in einem neuen Naturkosmetikgeschäft in der Altstadt von Palma ein. Das war mir nur recht, da ich eh keine Lust hatte, zu reden.

Es tat gut, sich mit den Kosmetikprodukten abzulenken und im Geschäft herumzustöbern. Ich leistete mir einen Lippenstift und ein korrigierendes Make-up, obwohl ich mich so gut wie nie schminke. Frei nach dem Motto, es kann ja nichts schaden.

Ich schlürfe ins Bad. Dort fällt mein Blick auf meine Schönheitseroberungen von gestern.

Ohne groß nachzudenken putze ich mir die Zähne, wasche mein Gesicht und trage das Make-up und den Lippenstift auf. Ich betrachte mich im Spiegel. Ich sehe anders aus. Ich fühle mich anders.

Die Frau mit dem Lippenstift im Spiegel sieht selbstbewusst und stark aus. Ich beginne mich so zu fühlen.

Lippenstift und Pyjama passen nicht so gut zusammen. Also kleide ich mich an.

Komplett gestylt sitze ich später am Computer. Ich fühle mich schön und stelle überrascht fest, dass ich mich nun freue, die Aufgaben des Tages anzugehen. Sie sind eine willkommene Ablenkung von dem, was mir bevorsteht.

Auch vier Wochen später, als das Schreckensereignis der Fehlgeburt in der Notaufnahme, vorbei ist, sind es wieder Kosmetikprodukte, die mich aus dem Tief heben, wenn ich die Morgendusche wie ein Ritual für einen Neuanfang zelebriere und mich zurecht mache.

Mir wird nach und nach klar, wie wichtig es für unser Lebensglück ist, dass wir uns schön fühlen.

Dabei geht es nicht darum, dass andere dir sagen, dass du schön bist. Es geht allein um dich und wie du dich fühlst.

Probiere es aus. Gerade an Tagen, wo du dich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würdest, empfehle ich dir, dich herauszuputzen. Selbst, wenn du noch nicht einmal das Haus verlässt oder nur den Müll rausbringst.

Sich schön zu fühlen gibt Kraft und Freude.

Das gilt für Männer wie für Frauen.

Wenn du mit deinem Aussehen so unzufrieden bist, dass es dir unmöglich erscheint, dich schön zu fühlen, dann lege ich dir ans Herz, dir aufzuschreiben, woran es liegt, und diese Aspekte Schritt für Schritt so zu verändern, dass du dich wieder in deinem Körper wohlfühlst.

Wenn ich manchmal etwas zunehme – ich habe da wie jeder Mensch so meine Phasen – fühle ich mich schon besser, sobald ich anfange, etwas Sport zu treiben (10 Minuten langsam joggen oder 30 Minuten Spazieren) und mich etwas gesünder zu ernähren (ohne zu übertreiben). Schon ab den ersten kleinen Schritten ändert sich auch mein Gemütszustand.

Schönheit ist ein unterschätztes Thema, wenn es um den Alltag und seine Sorgen geht.

Nutze sie, um kraftvoller in den Tag zu starten. Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die sich morgens sowieso schon ihre Schönheitsroutine haben. Dann empfehle ich dir, aus der Routine ein Ritual zu machen. Denn bei Routine bleibt das Gefühl auf der Strecke, da sie automatisch abläuft.

Es geht wie gesagt vorranging darum, dich schön zu fühlen, und nicht um dein tatsächliches Aussehen. Das Ritual kann auch darin bestehen, sich einmal nicht zurecht zu machen und die natürlichste Version deiner selbst zum Ausdruck zu bringen.

Hauptsache ist, du achtest auf deinen Körper und pflegst ihn so, dass er sich schön anfühlt und dir Kraft spendet.

Sei es dir wert.

2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Elisa,

    dein Gastbeitrag auf „Die Glückspiraten“ hat mich so sehr in den Bann gezogen, dass ich nun hier landete.

    Du hast eine wunderschöne Art zu schreiben und ich mag Deine Denkweise (soweit ich sie durch diese zwei Artikel herauslesen konnte).

    Es tut mir sehr Leid zu hören, dass du eine Fehlgeburt hattest. Mein Gefühl sagt mir irgendwie, dass du gut damit umgehst und alles gut wird/ist.

    Ich wünsche Dir für deinen Weg alles Liebe & viel Kraft.

    Liebe Grüße
    Jacqueline

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