Sei nicht neidisch auf die Weltenbummler, sondern schließe dich ihnen an – mit einer Reise nach Mexiko

Wenn ich drei Mal in dasselbe Land reise, dann hat das einen Grund.

Alles begann 2004, als ich einen Monat bei einer mexikanischen Gastfamilie in Yucatán verbrachte.

2006 besuchte ich meinen damaligen Freund Oliver drei Wochen lang bei seiner Familie in Mexiko City.

Im Dezember 2011 fuhr ich mit Oliver wieder zu seiner Familie und wir unternahmen im Januar 2012 mit seinem Bruder einen vierwöchigen Roadtrip von Mexiko City aus durch den Süden des Landes über Oaxaca und Chiapas nach Yucatán.

Meine Sehnsucht nach Mexiko lässt einfach nicht nach.

In voller Vorfreude auf meine nächste Reise dorthin schreibe ich diesen Artikel, um dich an meiner Liebe zu diesem facettenreichen Land teilhaben zu lassen und dich vielleicht dazu zu inspirieren, selbst deine Koffer zu packen. 

Meine 10 Highlights – 10 Gründe für eine Reise nach Mexiko

Unterwegs auf den Landstraßen Mexikos

1. Coyoacán – auf den Spuren von Frida Kahlo

Der Hauptplatz in Coyoacán

Mexiko-Stadt hat natürlich Einiges zu bieten.

Allein mit der Metro zu fahren ist ein Erlebnis, denn an jeder Station steigen Straßenhändler ein, die alles Mögliche verkaufen: Schraubenzieher, Batterien, Nagelpfeilen, Bücher, Süßigkeiten und sonstigen Kitsch. Und natürlich Musik, mit der sie den ganzen Waggon beschallen.

Ich liebte es, durch das Centro Histórico und das Viertel um das Monumento de la Revolución herum zu spazieren.

Die Ruinenstätte von Teotihuacán ist natürlich auch einen Abstecher wert. Ich bin zwar kein großer Geschichtsfan, aber ich liebe es, die besondere Atmosphäre von geschichtsträchtigen und vor allem geheimnisvoll anmutenden Orten aufzusaugen.

Mein absoluter Lieblingsort in der mexikanischen Hauptstadt ist Coyoacán. Vor allem seit ich vor anderthalb Jahren selbst mit dem Malen begann, sehne ich mich besonders nach diesem Viertel, in dem Frida Kahlo lebte.

Alles in Coyoacán ist von einer ganz besonderen Aura durchtränkt, die sich kaum beschreiben lässt. Du musst es selbst erleben.

Kleine Straßen, bunte Häuser, ein zentraler Platz mit Brunnen und Kathedrale, viele Cafés und Restaurants und das Casa Azul – das ehemalige Zuhause von Frida Kahlo und heutige Frida-Kahlo-Museum.

Ich mochte sie schon, als ich noch dachte, ich hätte mit Kunst nichts am Hut. Ihre Bilder sah ich zum ersten Mal in einer Bar in Playa del Carmen bei meiner ersten Reise nach Mexiko. Ich fand sie cool. Kunst, die ich irgendwie verstand, ohne zu wissen warum.

Melancholie gepaart mit fröhlichen Farben.

Das spricht mich an.

Bei meiner letzten Mexiko-Reise wollte ich ihr Museum besuchen. Doch ich kam zu spät und es hatte geschlossen. Damals war mir das egal. Doch heute, wo Frida meine größte Inspirationsquelle für meine eigenen Bilder ist, weiß ich, dass ich noch einmal dorthin zurück muss.

Vielleicht treffen wir uns ja zufällig dort. ;)

2. Oaxaca – Farbenpracht & Mezcal

Kathedrale in Oaxaca

Schon allein der Name. Oaxaca. Ich finde ihn wunderschön – sowohl geschrieben, als auch gesprochen (dt. Oachaka).

Wunderschön ist auch die Altstadt. Hier heißt es einfach flanieren und genießen.

Die Stadt strotzt nur so vor Cafés, Restaurants und Bars, in denen du Mezcal kosten kannst. Der Agavenschnaps wird hauptsächlich in der Gegend um Oaxaca produziert und besitzt ein ganz besonderes Aroma.

Auf jeden Fall probieren!

 3. Mazunte – Schildkröten & Magie

Der Strand von Mazunte, wo wir schliefen

Mazunte. Dieser Ort verströmt auf jeden Fall eine magische Energie.

Wir schliefen hier für 5 Dollar pro Person in einer Holzhütte mit einem richtigen Bett und Strom direkt am Strand. Durch das Moskito-Netz blickte ich morgens direkt auf den Pazifik. Was für ein Gefühl.

Ich unternahm hier nicht viel und hätte noch ewig so weiter vor mich hin treiben können, wenn meine damaligen Mitreisenden, mit denen ich den Road-Trip unternahm, nicht so unternehmungslustig gewesen wären und mich nach nur drei Tagen zum vorzeitigen Aufbruch „gezwungen“ hätten.

Dieser Ort ist genau der Richtige für therapeutische Langeweile.

Seele baumeln lassen. Gut essen. Sonnenuntergänge vom Punta Cometa, dem südlichsten Punkt Nordamerikas, aus genießen.

In Mazunte liegt das mexikanische Zentrum zum Schutz der Schildkröten, weshalb hier nicht die ganze Küste mit Hotels zugebaut ist und das Dorf seinen Charme (hoffentlich noch heute) bewahrt.

Fast alle Restaurants oder Cafés, die ich hier besuchte, wurden von einem Pärchen aus Mexikaner(in) und Ausländer(in) geführt. Eine fantastische Mischung aus authentisch mexikanisch und Multikulti.

Abgesehen von der allgemein spürbaren Magie des Ortes, bescherte er mir 2013 ein besonderes Gänsehautgefühl.

Ich las dort damals das Buch „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ zu Ende. Mein Vater hatte es mir mit auf meine Mexikoreise gegeben, weil es von einem Mann aus der DDR handelt, der durch Mexiko reist.

Unser Trip war ziemlich spontan, wir wussten vorher nicht genau, wo es hingehen sollte. Ich las das Buch parallel und als wir schon in Mazunte waren, näherte sich die Figur des Romans bei ihrer Romanreise immer weiter nach Süden an Mazunte an und das Buch endete dort, während ich am Strand saß und immer wieder ungläubig vom Buch aufblickte, um zu sehen, ob die Romanfigur irgendwo umherschwirrte.

Ein unheimliches Gefühl.

4. San Cristobal de las Casas – eine Kolonialstadt in indianischer Umgebung

Lesen auf der Dachterrasse unseres malerischen Hostels in San Cristóbal (leider habe ich den Namen vergessen)

Bunte Häuser, Märkte mit traditionellen handgefertigten Waren, grüne Berge.

Hier lässt es sich aushalten.

Fußgängerzonen, Cafés, Restaurants, Bars.

Du merkst. Viel mehr brauche ich nicht zu sagen.

Meine Lieblingsorte sind die, wo man sich am besten einfach treiben lässt und die Atmosphäre aufsaugt, anstatt stundenlang Sehenswürdigkeiten abzuklappern.

5. Palenque – Pyramidenzauber im Dschungel

Der Wasserfall, den ich unerwartet in der Ruinenstätte fand

Von allen Pyramiden, die ich in Mexiko gesehen habe, ist Palenque mein absoluter Favorit. (Gefolgt von Cobá und Tulum).

Beeindruckende und mysteriöse Ruinen eingebettet in saftig grünen Dschungel. Ein Tor zu einer anderen Welt.

Bei meinem zweiten Besuch in Palenque schlenderte ich etwas abseits der großen Bauten herum und entdeckte eine Treppe. Eine sehr lange Treppe, die tief hinab in den Dschungel führte. Wie magisch angezogen schritt ich die Stufen hinunter und tauchte in die traumhafte Welt aus Licht und Schatten inmitten extrem hoher Bäume ein.

Unten ein paar Mauerreste. Und ein Pfad. Ich folgte dem Pfad und bekam beinahe Atemnot. Ich gelangte an einen kleinen Fluss, über den eine Hängebrücke aus Holz führte. Direkt daneben ein unglaublicher Wasserfall.

Das Krasseste war, dass ich hier ganz allein war. Ich setzte mich auf die Brücke und betrachtete wie im Trance den Wasserfall.

Nach einer halben Stunde ungefähr ging ich weiter und folgte meinem Bauchgefühl. Ich ging vom Weg ab und an einem kleinen Rinnsal durch das Dickicht entlang. Bis ich wieder an einen kleinen Wasserfall kam. Unbemerkt gönnte ich mir dort eine kleine Dusche.

Wie verzaubert kehrte ich später zu den anderen zurück und konnte kaum glauben, was für einen magischen Moment ich ganz allein an einem so fantastischen Ort erleben durfte.

 6. Tulum – Holzhütte und Traumstrand

So lässt es sich leben

Lust, dich auf das Wesentliche zu besinnen? Dann empfehle ich dir ein paar Übernachtungen in den Holzhütten ohne Strom direkt am Strand von Tulum.

Du schreitest barfuß durch feinen, weißen Sand. Der Wind streichelt deine Haut und das türkisklare Wasser verwöhnt deine Augen.

Ganz in der Nähe liegt auch eine der schönsten Pyramiden Mexikos. Leider wissen das alle, so dass die Stätte ziemlich überlaufen ist und somit an Charme einbüßt.

Gesehen haben solltest du sie trotzdem mal. Vielleicht hast du ja Glück und aus irgendeinem Grund ist bei deinem Besuch in der Ruine von Tulum nicht so viel los.

 7. Cenotes und Riviera Maya – Schnorcheln ohne Ende

Die Schildkrötenbucht von Akumal

In Yucatán gibt es landschaftlich unter Wasser mehr zu sehen als auf dem Land, das einfach nur eine flache Steinmasse mit etwas spärlicher Dschungel-Vegetation ist.

Das zweitgrößte Korallenriff der Welt – das Belize Barrier Reef – erstreckt sich bis vor die Küste Yucatáns und ist auf jeden Fall eine oder mehrere Schnorchelpartien wert.

Doch das ist noch lange nicht alles!

Die Halbinsel verfügt nämlich auch über ein riesiges unterirdisches Unterwasserhöhlensystem. Zugänglich ist dieses durch Hunderte von Cenotes – dolinenartige Kalksteinlöcher. Durch die unterirdischen Gewässer zu schnorcheln ist einfach unbeschreiblich. Ein Aufenthalt in einer anderen Welt.

Wem das zu gruselig ist, der kann in Akumal sein Glück probieren und mit Schildkröten turteln.

Als wir dorthin fuhren, war ich ziemlich angepisst, da der Strand voller Touristen war. Im Wasser: Noch mehr Touristen. Dicke Amerikaner in orangefarbenen Schwimmwesten wurden tonnenweise ins Meer geschupst, um mit den Schildkröten zu schwimmen, für die die Bucht von Akumal so bekannt ist.

Wir hatten keine Schnorchelausrüstung dabei. Oliver ließ sich davon aber nicht bremsen und lieh sich eine Brille plus Schnorchel von einem der Fischer, die dort an ihren Booten herumhantierten.

Als er wiederkam – ohne eine Schildkröte gesehen zu haben – war mir langweilig und ich wollte einfach etwas herumschnorcheln. Die Schildkröten waren mir egal. Ich konnte diesen Tieren irgendwie nichts abgewinnen.

Ich schwamm in die entgegengesetzte Richtung von dort, wo die ganzen Tourimassen an der Wasseroberfläche trieben.

Als plötzlich eine riesige Schildkröte unter mir auftauchte, bekam ich fast einen Herzstillstand. Ich weiß auch nicht, wie ich sie nicht bemerken konnte. Sie kam immer weiter nach oben, um Luft zu holen und ich hoffte nur, dass ich ihr nicht im Weg war.

Auf einmal bemerkte ich noch drei weitere, kleinere Schildkröten um sie herum. Ich konnte es kaum fassen. Sie schwammen neben und unter mir. Ich schien mich mehr vor ihnen zu erschrecken als umgekehrt.

Es war um mich geschehen. Ich habe mich in Schildkröten verliebt. So ungeschmeidig sie auf dem Land wirken, umso anmutiger bewegten sie sich im Wasser. Ich war hin und weg. Wie unter Drogen.

Nach einer Weile tat mir die Nase weh und ich nahm die Taucherbrille ab. Direkt neben mir ein Schildkrötenköpfchen, das Luft holt. Ungläubig hielt ich mir die Brille wieder an die Augen und steckte meinen Kopf unter Wasser. Da waren sie ja noch immer.

Diesen Augenblick werde ich nie vergessen.

Vielleicht probierst auch du dein Glück in Akumal und lässt dich nicht vom touristischen Trubel abschrecken. Letztendlich war ich den anderen sehr dankbar, dass sie mich trotz meiner Einwände zu dem Ausflug dorthin überredet hatten.

 8. Die Lagune von Bacalar – Absolute Ruhe-Oase

Das Seeufer bei Nacht

Ein See in den schönsten Farben der Karibik.

Mit Kajak. Oder auch nicht. Einfach Schwimmen ist schon ein Genuss.

Ansonsten wie immer: Müßiggang und Ruhe genießen am Wasserufer.

9. Río Lagartos – Hautpflege mal anders

Schlammpackung auf Mexikanisch

Ein Gewitter. Auf der Suche nach einem offenen Supermarkt oder Restaurant in diesem verlassenen Örtchen überrascht uns das Unwetter.

Wir rennen durch die Straßen unter sintflutartigen Regenfällen Richtung Hotel. Plötzlich eine offene Haustür neben uns. Wir gehen einfach rein.

Und stehen direkt in einer Küche mit Esstisch, wo gerade drei mexikanische Frauen am Kochen sind. Sie sehen wir durchgefroren und pitschnass wir sind und laden uns ein mitzuessen.

Ich bin wieder einmal sprachlos. Sind das nun Zufälle oder gibt es doch so etwas wie Fügung?

In dem Moment ist mir die Antwort egal: Ich habe Hunger und hier gibt es hausgemachte Hühnerbrühe und Avocado. Ich bin selig. Es schmeckt traumhaft. Bevor wir gehen, lassen wir den drei Köchinnen zum Dank etwas Geld da. Sie freuen sich.

Am nächsten Morgen brechen wir mit einem Guide zu einer kleinen Bootstour auf der Lagune des Nationalparks auf. Wir kommen den wunderschönen Flamingos hautnah und dank der Heilerde an den Ufern der Lagune in den Genuss einer Schönheitspackung für reine Haut obendrein.

Ein wahrer Geheimtipp auf der sonst so erschlossenen Halbinsel Yucatán. Zumindest damals noch. Wie es heute ist, musst du schon selbst herausfinden ;)

 10. Das kleine Plus: Ideal zum Spanischlernen

Straße in Oaxaca

Ein weiterer Pluspunkt Mexikos ist, dass die Menschen dort sehr langsam und verständlich sprechen, so dass sich dieses Land hervorragend eignet, um Spanisch zu lernen oder erste Spanischkenntnisse auszuprobieren.

Ich selbst habe mein Schulspanisch dort in nur einem Monat bei einer Gastfamilie konversationstauglich gemacht.

Wichtig ist, dass du mutig auf die Leute zugehst, sie in Gespräche verwickelst – was in Mexiko kein Problem ist, da die Menschen so gastfreundlich sind, wie man es sich kaum vorstellen kann (siehe spontane Einladung zum Abendessen in Río Lagartos) – und nicht gleich aufgibst, nur weil du nicht alles verstehst.

Es braucht etwas Zeit und Übung, doch es ist nirgends so einfach wie in Mexiko.

Und mit einem Tequila oder Mezcal intus sinkt die Hemmschwelle und du quatscht los wie ein Wasserfall.

Na dann, pack deine Sachen und los geht’s.

Ich bin gespannt auf deinen Kommentar, ob ich dich zu einer Reise inspirieren konnte oder nicht.

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Sei es dir wert.

Doch vorher noch ein paar weitere Impressionen, die deine Reiselust wecken könnten:

Pyramide Monte Albán bei Oaxaca

Auf dem Markt in Oaxaca

Drei mexikanische Jungs am Punta Cometa

Cataratas de Agua Azul

Palenque

Strand von Tulum

Pyramide von Tulum

Flamingos in Río Lagartos

Du entkommst ihnen nicht – Mariachis überall

Ein göttlicher Genuss – Mexikanisches Essen

Hierve el Agua – knapp 2 Stunden Fahrt von Oaxaca

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