11 Fragen über das Leben und das Schreiben

Die Blogger-Welt hat ihre eigenen Gesetze. So wie das Universum auch. Manchmal arbeiten sie zusammen, um eine schreibfaul gewordene Bloggerin wieder in den Fluss zu bringen.

Das Universum heißt in diesem Fall Paul Henkel. Auf seinem Blog Schreiben wirkt hat dieser mich für den Liebster Award nominiert und mir dazu 11 Fragen über das Leben und das Schreiben gestellt, die auch für dich interessant sein können.

Lass uns nicht lange um den heißen Brei reden. Auf dass du hier etwas Inspiration für dein eigenes Leben findest.

11 Fragen über das Leben und das Schreiben

1. Was verbindest du mit einem glücklichen Leben?

Lebendigkeit. Freiheit im Kopf. Erfüllung. Alle Gefühle, auch die unangenehmen, da sie uns den Weg angeben und überhaupt erst die angenehmen Gefühle möglich machen.

Verbundenheit mit mir selbst und meinen Mitmenschen. Selbstverantwortung. Leidenschaften, in meinem Fall Schreiben und Malen. Nichtstun, stundenlang auf einer Bank sitzen und meine Umgebung auf mich wirken lassen. Innerer Frieden. Meinen Gedanken lauschen. Unvernünftig sein. Und etwas mehr Selbstdisziplin vielleicht.

2. Warum bloggst du?

Weil ich das innere Bedürfnis spüre, mich mitzuteilen. Meine Lebenserfahrung mit anderen Menschen zu teilen. Weil ich viel zu sagen und zu geben habe. Darin eine Art Sinn für mein Leben gefunden habe.

Weil ich die Welt verändern möchte, indem ich andere Menschen dazu inspiriere, in sich selbst das erfüllte Leben zu finden, das wir noch zu oft im Außen suchen.

3. Welche Erfahrung möchtest du auf keinen Fall missen?

Alle Erfahrungen, die ich im Leben machen durfte. Ich lerne immer mehr, das Leben so anzunehmen, wie es ist. Das Paradox zu erkennen.

Denn erst, wenn wir nichts mehr ändern möchten und die Dinge annehmen, wie sie sind, geschieht Veränderung. Das ist eine witzige Erfahrung. Das Blöde ist, dass ich nicht erklären kann, wie ich dieses Annehmen lernte.

Ich könnte es auch als Vertrauen ins Leben beschreiben. Es kam irgendwie schleichend seitdem ich mich viel mit meinen Gefühlen beschäftige, mir Zeit nehme, sie zu fühlen (ohne sie zu bewerten oder zu analysieren!).

Und meinen Gedanken ab und zu bewusst zuhöre, sie hinterfrage, wenn sie mir zu dramatisch werden: „Die anderen schließen mich aus.“ – in Wirklichkeit habe ich das selbst gemacht. / „Warum passiert so etwas IMMER NUR mir?“ – Wirklich? Passiert mir das immer? Und nur mir? So ein Blödsinn (ja, das ist eine Wertung, ich weiß, manchmal muss man auch bewerten. Vor allem bei Gedanken dieser Art!).

4. Wenn es eine Pflichtlektüre für jeden Menschen als Wegweiser zu einem glücklichen Leben geben würde, welches Buch würdest du vorschlagen?

Liebe, Freiheit und Alleinsein von Osho. Oder wahlweise, weil das vielleicht nicht jeden anspricht, Der Alchimist von Paulo Coelho.

5. Was ist das größte Missverständnis, das in unserer Gesellschaft vorherrscht?

Der Irrglaube, andere Menschen oder Dinge könnten uns glücklich machen.

Glaube mir, ich habe das selbst ausprobiert. Ich habe so ziemlich alle weltlichen Träume verwirklicht, die ich so hatte. Auswandern, Leben in Paris, Selbstständigkeit, Reisen, Leben am Meer, im Süden, gut aussehende und liebevolle Partner, viele Freunde. Am Ende saß ich hier auf Mallorca unter meinen Palmen und stellte fest, dass ich mich leer fühle. Immer noch.

Dank meiner ersten Fehlgeburt nahm ich mir endlich das Recht, traurig zu sein, nicht ständig zu lächeln und positiv zu denken. Und zu einer Therapeutin zu gehen. Die gab mir dann auch den Tipp, meine lange verdrängte Depression, in meinem Fall vielleicht eher Weltschmerz, auszuleben.

So nahm ich mir viel Zeit, mich zu fragen, wie ich mich fühle. Bis diese Gefühle kamen, dauerte es lange. Ich ließ nicht locker, denn diese Leere, ohne zu wissen, was ich überhaupt fühlte, war unerträglich. Ließ mich in Gedanken von meiner Terrasse im fünften Stock springen.

Ich hatte also nichts zu verlieren.

Irgendwann kam Übelkeit. Dann Tränen und Schreie, Seufzer, Stille. Frieden. Mehrere Monate lang. Ab und zu auch ein Lachkrampf zwischendurch. Mein Freund glaubte, ich drehe völlig durch. Er lachte und weinte mit mir.

Heute fühle ich Dankbarkeit, Fülle, meine Gefühle, die mir stets etwas mitteilen möchten, was ich meistens nicht gleich verstehe. Das Schöne ist, dass sie nicht locker lassen, wenn sie beachtet werden.

Nun weiß ich, dass ich erst dann äußere Umstände genießen kann, wenn ich schon glücklich bin. Glücklich sein ist eine innere Einstellung. Zu ihr gehören alle Gefühle, auch Angst, Wut, Traurigkeit, Ohnmacht. Das Verdrängen unserer Gefühle und die Ablenkung durch die Außenwelt machen so viele von uns unglücklich.

Dann rennen wir in unseren selbst erschaffenen „Hamsterrädern“ wie von der Tarantel gestochen durch unseren Alltag und beschweren uns, wir hätten nie Zeit für uns. Bilden uns ein, die anderen würden uns immer wieder enttäuschen und wir wären erst endlich glücklich, wenn … Das ist das größte Missverständnis.

6. Wer inspiriert dich?

Osho, Hermann Hesse, Eckhart Tolle, meine Katze Ghost, Stephen King, Leo Tolstoi, Stefan Schwarz, Wolf Haas. So ziemlich alles, was ich lese. In der Malerei sind es Frida Kahlo und David Hockney.

Auch Veit Lindau und seine Kurse im Human Trust helfen mir oft weiter. In sämtlichen Lebensbereichen.

Anna, meine Therapeutin, mit der ich inzwischen eine fantastische Freundschaft erfahre. Sie lebt, was sie mir beigebracht hat, und öffnete mir die Augen für völlig neue Welten. Dank ihr fand ich überhaupt zum Schreiben und zur Malerei.

Und sie zeigte mir, wie viel Humor in unseren Lebensdramen steckt. Es verging kaum eine Sitzung, in der wir nicht herzlich lachten. Therapie muss kein stocksteifer Prozess der Überanalyse sein. Das lernte ich dank dieser erfrischenden Frau.

7. Was ist Schreiben für dich?

Ausatmen.

Ausgleich.

Die wie Tischtennisbälle wild durch meinen Kopf bretternden Gedanken aufzufangen und sanft nach außen fließen lassen.

Unsterblichkeit.

Geschriebene Gedanken bleiben erhalten, können vervielfältigt werden und auch nach meinem Tod noch Menschen erreichen. Das beruhigt mich. Seitdem ich schreibe, habe ich viel weniger Angst davor, zu sterben. Ich weiß, dass ich in dem Fall nichts bereue.

Das Schreiben gibt mir das Gefühl, meine Lebensaufgabe zu erfüllen.

Schreiben schenkt mir Verbundenheit. Aber erst durch das Veröffentlichen. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich E-Mails von meinen Bloglesern erhalte, die sich dank meiner Texte mit mir verbunden fühlen, die mir schreiben, dass sie sich oft genau so fühlen und in meinen Texten wiedererkennen.

8. Wie hilft es dir, mit schwierigen Situationen umzugehen?

Es ordnet meine Gedanken. Bringt oft Unerwartetes zum Ausdruck, wenn ich im Schreibfluss bin. Erdet mich, da es eine Tätigkeit ist und mich aus meinem Gedankenstrudel herausrettet.

9. Welche Marotte gehört zu dir?

Ich kann es nicht ertragen, wenn eine Schranktür nicht richtig geschlossen ist oder die Vorhänge nicht richtig auf- oder zugezogen sind. Falten im Bettlaken halte ich auch nicht aus und muss alles äußerst genau gerade zuppeln, egal ob vor dem Schlafengehen oder beim Bettmachen.

10. Was steht zurzeit ganz oben auf deiner Ziel- und Wunschliste?

Mein erstes Buch. Ich habe bereits begonnen, es zu schreiben, zu konzipieren, mir Literatur zu besorgen und Schreibprogramme für Schriftsteller herunterzuladen.

Was noch fehlt, ist die Schreibroutine. Die finde ich nun ab heute hoffentlich dank diesem Interview wieder. Es liegt nur an mir. So viel zur Prise Selbstdisziplin, die zum Lebensglück dazugehört. Aber ohne zu übertreiben.

11. Wen nominierst du für den Liebster Award?

Ich nominiere Endlich lebendig von einem meiner absoluten Lieblingsblogger Walter Epp, Schreiben und Leben von Andreas Schuster und Das Leben – eine Glücks-Safari von Martin Maurer.

Meine 11 Fragen für euch, Jungs:

  1. Hast du ein Geheimnis für mehr Lebensfreude im Alltag?
  2. Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?
  3. Wie lautet dein Lebensmotto?
  4. Wie gut kennst du dich?
  5. Wie gehst du mit deinen Gefühlen um?
  6. Wie sieht die Zukunft der Menschheit aus?
  7. Wie wichtig ist es, Ziele zu haben und zu verwirklichen?
  8. Dein Tipp für Menschen, die keine Zeit haben?
  9. Was ist dein Lieblingswort?
  10. Was ist das Verrückteste, was du je getan hast?
  11. Wen nominierst du für den Liebster Award?

Wenn du Lust hast, kannst auch du diese Fragen für dich beantworten. Ein wenig Selbstreflexion tut immer gut.

Hinterlasse mir deine Antworten unten in den Kommentaren und inspiriere so die anderen Leser und mich.

Sei es dir wert.

 

 

 

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